DekaRB

Dekarbonisierung für eine resiliente Wirtschaft beschleunigen

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Luftbild des Hermsdorfer Kreuzes – Standort der Keramikindustrie mit eng vernetzten Unternehmen und regionaler Spezialisierung

Die Dekarbonisierung der Wirtschaft als zentraler Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität verläuft trotz technischer Innovationen und klarer Ziele oft langsamer als erhofft. Es zeigt sich, dass technologische Lösungen allein nicht genügen. Häufig bremsen nichttechnische Hemmnisse wie fehlendes Vertrauen, Akzeptanzprobleme oder organisatorische Unsicherheiten die Transformation. 

Dekarbonisierung bedeutet, CO₂-Emissionen zu reduzieren oder ganz zu vermeiden – etwa durch erneuerbare Energien, höhere Energieeffizienz und klimafreundliche Produktionsprozesse. Für Unternehmen heißt das: Strukturen, Technologien und Arbeitsweisen müssen grundlegend erneuert werden.

Methodisches Vorgehen 

Das Projekt DekaRB untersucht die nichttechnischen Barrieren im produzierenden Gewerbe und entwickelt praxisorientierte Lösungen, um die Dekarbonisierung nachhaltig zu beschleunigen. Ziel ist es, Unternehmen zu befähigen, ihre Energieversorgung CO₂-neutral und zugleich resilient zu gestalten. 

Auf Basis umfassender qualitativer Analysen identifiziert das Projektteam Hemmnisse, Vertrauensdefizite und Best Practices. Daraus entstehen innovative, kooperative Ansätze – von regionalen Wertschöpfungsnetzwerken über gemeinsame Energieprojekte bis hin zu Modellvorhaben für resilienzorientierte Industriegebiete. 

Erwartete Ergebnisse und Wirkungen des Projekts 

Die Ansätze werden an drei Industriestandorten in Thüringen erprobt, die beispielhaft für vom Strukturwandel geprägte Regionen stehen, aber unterschiedliche Ausgangsbedingungen für Dekarbonisierung bieten:

  • Das Erfurter Kreuz als bedeutender Industriestandort mit einer hohen Dichte an produzierenden Unternehmen, die stark von globalen Lieferketten und Energiepreisschwankungen beeinflusst werden.
  • Das Hermsdorfer Kreuz, ein industrielles Cluster mit überwiegend keramischen Betrieben, die durch ihre Einbindung in gemeinsame Wertschöpfungsketten besonders hohe Kooperations- und Synergiepotenziale aufweisen.
  • Die Wirtschaftsregion Saalfeld–Rudolstadt–Bad Blankenburg (verbunden über das gemeinnützige Unternehmensnetzwerk Saalewirtschaft e.V.), eine mittelständisch geprägte Region mit traditionell starker Industrie und Handwerksbasis, die sich aktuell im Wandel hin zu nachhaltigen Produktionsprozessen befindet.

Für den nachhaltigen Transfer entwickelt DekaRB eine übertragbare Blaupause – einen Leitfaden, der anderen Regionen und Industrien hilft, ihre Dekarbonisierung zu beschleunigen. 

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Laufzeit

September 2024 – August 2027

Projektleitung
Projektpartner
  • address Friedrich-Schiller-Universität Jena
    07743 Jena
  • address Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN)
    99084 Erfurt

Dr. Stefanie Seitz

address Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS
07629 Hermsdorf
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Whitepaper

Unsicherheiten, Bürokratie und Transformationsängste – Herausforderungen der Thüringer Wirtschaft bei der Energiewende in der Thüringer Industrie

Dieses Papier präsentiert erste Zwischenergebnisse aus 44 Expert:inneninterviews im Umfeld der Thüringer Industriegebiete. Befragt wurden Akteur:innen aus Wissenschaft, Unternehmen, Interessensvertretungen und Politik zu den derzeit größten Hemmschwellen für Dekarbonisierungsprozesse in der Thüringer Industrie. Es beleuchtet strukturelle, soziale und politische Einflussfaktoren als nicht-technische Transformationshemmnisse und zeigt erste Lösungsansätze für eine sozial und ökologisch nachhaltige Transformation auf.

Thüringen verfolgt das Ziel einer klimaneutralen Produktion bis 2045. Dabei stehen Maßnahmen wie die Substitution fossiler Energieträger, Effizienzsteigerungen und der Ausbau der Kreislaufwirtschaft im Fokus. 

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