Modell EEGe

Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften als Promotoren der Energiewende unter ökologischer, wirtschaftlicher und sozialgemeinschaftlicher Perspektive - Modell zur Umsetzung von EEGe

Erneuerbare Energie-Gemeinschaften (EEGe) wurden mit der europäischen Richtlinie (EU) 2018/2001 zur Förderung erneuerbarer Energien eingeführt. Das Projekt ModellEEFe untersucht die Gründung von EEGe, deren Auswirkungen auf ein lokales Verteilnetz innerhalb der Kreisstadt Saarlouis und eine mögliche Entwicklung in der Zukunft.

Vorgehen und Methoden

Dazu wurde zunächst von allen beteiligten Partnern ein Quartier in Saarlouis ausgewählt. Die Wahl fiel auf Fraulautern. Hier gibt es bereits viele private und einige gewerbliche PV-Anlagen, einige Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge sowie öffentliche Gebäude und KMU mit unterschiedlichen Lastprofilen. Auch verfügt das Quartier über Wohnanlagen der städtischen Siedlungsgesellschaft. Für dieses Quartier untersucht das Projektteam Chancen und Hemmnisse für Gründung und Umsetzung einer EEGe. Dazu werden Vor-Ort-Veranstaltungen für ausgewählte Zielgruppen angeboten sowie Interviews mit Schlüsselpersonen durchgeführt.

Das Projekt untersucht zudem das rechtliche und regulatorische Umfeld von EEGe in Deutschland und hat hierzu die Kurzstudie „Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEGe) und ihre gelingende Integration in das Stromsystem“ veröffentlicht. In einem technisch ausgerichteten Teil werden in einem Agentenmodell Lastprofile für Verbraucher und Erzeuger generiert, die in Teilen in ein Stromnetzmodell von Fraulautern integriert werden. 

Auf dieser Basis werden Zukunftsszenarien entwickelt, die zeigen sollen, wie sich ein starker Zuwachs von PV-Anlagen, E-Fahrzeugen und Wärmepumpen auf das lokale Stromnetz auswirken könnte. Hieraus wird dann ein sog. Digitaler Zwilling abgeleitet. Dieser soll es interessierten Nutzer:innen über die Projekthomepage erlauben, die Wirkung beispielhafter Anlagenkonfigurationen auf das Verteilnetz in Abhängigkeit von Wetter und Jahreszeiten selbst auszutesten.

Ergebnisse und Wirkungen

Alle Aktivitäten in dem Quartier vor Ort werden eng mit lokalen Akteuren abgestimmt. So soll gegen Projektende eine Gruppe von Menschen und Einrichtungen zusammenkommen, die die Gründung einer EEGe aktiv vorantreibt.

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Laufzeit

April 2023 – März 2026

Projektleitung
Projektpartner
  • address Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES)
    66115 Saarbrücken
  • address Stadtwerke Saarlouis
    66740 Saarlouis
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Barbara Dröschel

address Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES)
66115 Saarbrücken
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Jan Hildebrand

address Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES)
66115 Saarbrücken
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Dina Klippert

address Stadtwerke Saarlouis
66740 Saarlouis
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Forschungsbericht

Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEGe) und ihre gelingende Integration in das Stromsystem

Diese Kurzanalyse wurde im Rahmen des Projekts „ModellEEGe – Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften als Promotoren der Energiewende unter ökologischer, wirtschaftlicher und sozialgemeinschaftlicher Perspektive - Modell zur Umsetzung von EEGe“ erstellt, um die derzeitigen Hemmnisse, auf die das Modell der EE-Gemeinschaft aktuell in Deutschland trifft, darzustellen (Kap. 3). Weitere Schwerpunkte liegen auf Betreibermodellen (Kap. 4) und auf möglichen Tarifgestaltungen, um so Flexibilitätsoptionen auf der Verbraucherseite zu erschließen (Kap. 5). Und schließlich werden im sechsten und letzten Kapitel Hinweise gegeben, wie Hemmnisse überwunden werden können und in Verbindung mit der Hebung von Flexibilitätspotenzialen EE-Gemeinschaften ein Erfolgsmodell für die Energiewende werden können. 

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Leitfaden

Erneuerbare Energie (EE)-Gemeinschaften für Anlagenbesitzer:innen und Haushalte

Der Leitfaden richtet sich an Betreiber:innen von Photovoltaikanlagen, die erneuerbaren Strom gemeinsam mit anderen Akteur:innen erzeugen, nutzen, speichern oder vermarkten möchten. EE‑Gemeinschaften vereinen mindestens zwei Teilnehmende, zum Beispiel Privatpersonen, Unternehmen oder Kommunen, und ermöglichen eine gemeinschaftliche Nutzung von lokal erzeugtem Strom.

Besonders relevant ist dies für Anlagen, deren EEG-Förderung ausläuft, oder wenn bestehende Einspeisevergütungen nicht mehr wirtschaftlich attraktiv sind. Innerhalb der Gemeinschaft werden Strompreise auf Basis der tatsächlichen Erzeugungskosten festgelegt, wodurch stabile, transparente und wirtschaftlich attraktive Preise entstehen.

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Leitfaden

Erneuerbare Energie (EE)-Gemeinschaften für Unternehmen

Der Leitfaden richtet sich an Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die gemeinsam mit anderen Firmen, Kommunen oder Privatpersonen erneuerbaren Strom erzeugen, nutzen oder vermarkten möchten. EE‑Gemeinschaften ermöglichen die Nutzung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen auch über Grundstücksgrenzen hinweg und unter Nutzung des öffentlichen Stromnetzes. 

Die Teilnahme lohnt sich, wenn vorhandene PV-Anlagen besser genutzt, Eigenverbrauch optimiert oder auslaufende Einspeisevergütungen ersetzt werden sollen. Innerhalb der Gemeinschaft wird der Strompreis gemeinschaftlich festgelegt, in der Regel basierend auf den realen Erzeugungskosten, wodurch stabile und wirtschaftlich attraktive Stromkosten entstehen. 

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Leitfaden

Erneuerbare Energie (EE)-Gemeinschaften für Kommunen und öffentliche Einrichtungen

Der Leitfaden richtet sich an Kommunen, die erneuerbare Energie gemeinschaftlich erzeugen, nutzen und verteilen möchten. Er beschreibt, wie Photovoltaik-Anlagen und Speicher über mehrere öffentliche Gebäude hinweg betrieben werden können, um überschüssigen Strom innerhalb der Gemeinschaft zu teilen und so Versorgungssicherheit sowie stabile Stromkosten zu gewährleisten.

Der Fokus liegt auf dem Nutzen für alle Beteiligten, nicht auf Gewinnorientierung. Der Leitfaden erläutert rechtliche Rahmenbedingungen, Beteiligungs- und Organisationsformen sowie Fördermöglichkeiten und gibt praxisnahe Hinweise zu Planung, Umsetzung und Betrieb von EE‑Gemeinschaften.

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