Wärmepumpen sind zentral für einen klimaneutralen Gebäudebestand, ihr Einsatz in bestehenden Mehrfamilienhäusern ist jedoch durch hohe erforderliche Heiztemperaturen begrenzt. Diese Temperaturen können durch optimierten Betrieb, Maßnahmen an der Gebäudehülle und den Austausch von Heizkörpern reduziert werden. Während solche Ansätze für Einfamilienhäuser gut untersucht sind, fehlen umfassende Analysen für Mehrfamilienhäuser, insbesondere zur Wirtschaftlichkeit und Emissionsminderung in Kombination mit Wärmepumpen.
Integrating the interaction between renovation measures and system temperatures in design decisions for multi-family houses
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Diese Studie entwickelt eine neue Methodik, die raumweise Bewertungen von Temperaturabsenkungsmaßnahmen mit einem Optimierungsmodell verbindet, um kosten- und emissionsoptimale Kombinationen aus Energiesystemen und Maßnahmen zu bestimmen. Die Anwendung auf sechs repräsentative Mehrfamilienhäuser in Deutschland zeigt: In älteren Gebäuden sind hybride Systeme aus Wärmepumpe und Kessel kosteneffizient, während in neueren Gebäuden monoenergetische Wärmepumpen dominieren. Maßnahmen zur Temperaturabsenkung sind in kostenoptimalen Lösungen meist nicht erforderlich, gewinnen jedoch bei emissionsoptimalen Varianten an Bedeutung, mit Heizkörperaustauschraten von bis zu 83 Prozent. Insgesamt ist eine schnelle Dekarbonisierung von Mehrfamilienhäusern auch ohne umfassende Sanierung der Gebäudehülle möglich, wobei Dämmmaßnahmen zur Reduktion von Spitzenlasten weiterhin sinnvoll bleiben.
Herausgeber
Elsevier, Building and Environment
Autor:innen
Kühn, Larissa; Maier, Laura; Müller, Dirk
Erscheinungsdatum
2025
Erschienen in
Building and Environment, Volume 285, Part A, 1 November 2025, 113497
Dazugehöriges Projekt
STABLE
Social Transformation of the Building Sector: Klimaneutraler und sozialgerechter Mehrfamilienhausbestand
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